Tag 3: Malta Decor und TU Poznan

Um 8:30 starteten wir zu unserer vierten Besichtigung Malta Decor, einem Tochterunternehmen der österreichischen Kronospan AG. Diesmal betrug die Fahrtzeit nur eine halbe Stunde – wie erfrischend! Das Werk direkt am Maltasee gelegen stellt hochwertiges Dekorpapier her, welches teilweise zu Laminat- und Spanblatten weiterverarbeitet wird. Die Kundenstruktur setzt sich aus der Möbelindustrie, Baumärkte und Plattenhändler zusammen.

Neben einer Unternehmenspräsentation wurde uns auch die e-logistics Plattform „Transporeon“ vorgestellt, über welche die gesamte Distributionsvergabe der Malta Decor geregelt wird. Transporeon versteht sich selbst als Netzwerker, der weltweit Verlader aus Industrie & Handel, Spediteure & Frachtführer, Fahrer und Warenempfänger zusammenbringt. Wichtig neben der Schaffung eines Markts über das Portal ist dabei die Schaffung eines transparenten Informationsflusses, welcher beschleunigte Logistikprozesse, vereinfachte Disposition, weniger Leerfahrten und eine optimierte Be- und Entladung ermöglicht. Die Plattform bietet dazu vier Module:

  • No-Touch Order: Frächter wird nach definierten Kriterien einem Auftrag zugewiesen
  • Best Carrier: Reverse Auction
  • Zeitfenster-Management: Optimierte Be- undEntladungsstandzeiten
  • Sendungsverfolgung: Track&Trace Funktion

Bei einer Führung durchs Werk bekamen wir einen detaillierten Einblick in die Produktion von verschiedenen Dekor-Papier Sorten. In der Produktion können unterschiedlich gewünschte Farbwerte in Form von Zyklen hergestellt werden (von hell zu dunkel). Ein kompletter Farbzyklus dauert ca. 4 Wochen, bis eine Farbe erneut produziert wird.

Trotz auftragsbezogener Produktion wird eine 100%ige Auslastung erreicht. Während der Krisenzeit wurden Standardprodukte durch niedrige Preise am Markt abgesetzt, doch schon jetzt blickt Malta Dekor in eine optimistische Zukunft. Es wird mit einer starken Auftragssteigerung noch heuer gerechnet.

Das Unternehmen ist Kostenführer in dieser Branche und erreicht dieses Ziel durch eine komplette vertikale Integration der vorgelagerten Wertschöpfungsstufen (Leimherstellung, etc.). Effizienter Personaleinsatz und moderne Maschinen, sowie eine abgerundete Produktpalette tragen zur Erreichung des Zieles bei.

Die Präsentationen und Führungen waren sehr interessant, auch wenn die Zeit nicht für alle Fragen reichte.

Der Inhaltstoff Titandioxid wird bei der Produktion von Dekor-Papier verwendet, um dieses zu bleichen und ist auch in Zahnpasta enthalten.

Ein kleiner Tipp vom Produktionsleiter: nicht zu viel Zahnpasta verwenden!! Denn dieser Inhaltsstoff ist aggressiv, und bei zu hohem Verbrauch gibt’s bald nix mehr zum Putzen! :P

Nach einem gemeinsamen Essen besuchten wir die Technische Universität, eine von insgesamt 8 Hochschulen in Posen. Der riesige, zusätzlich errichtete, moderne Neubau war nur von wenigen hundert Studenten an dem Tag besucht, da momentan die Semesterferien und gleichzeitig Prüfungszeit an der Uni herrschen. Insgesamt studieren hier und in den 2 weiteren, älteren Gebäuden an die 20.000 Studenten an 9 technischen Fakultäten, wiederum unterteilt in etliche Institute. 2.000 Studenten studieren an der Fakultät für „Machines and Transport“.

Nach einer allgemeinen Vorstellung der Uni durch den Vizedekan, hörten wir einen ausführlichen Vortrag eines Professors der Fakultät „Machines and Transportation“ über Statistiken und Entwicklungen der polnischen Logistik. Zur Zeit liegt Polen nach dem Logistics Performance Index (LPI) weltweit an 30ster Stelle. Potentiale liegen in der Infrastruktur und in der Transparenz der Logistik. Im Vergleich dazu liegt Österreich auf Platz 19 im LPI.

Insgesamt leben in Posen rund 130.000 Studenten, die rund 20% der knapp 590.000 Einwohner Posens ausmachen. Für Stimmung und florierenden Absatz in den Gastgärten der Posener Altstadt ist somit gesorgt.

An der TU Posen gibt es einen Scherz über die Eigenheiten einiger polnischer technischer Universitäten:  Die größte steht in Krakau, die älteste in Warschau und die beste in Posen.

Hier finden sich wieder Fotos zum Tag von Herrn Prof. Dr. Wagner.

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